Die K-EINBRUCH Initiative: Was die Polizei für Ihr Eigenheim empfiehlt
Vertrauen ist gut, Prävention ist besser
Niemand kennt die Methoden von Einbrechern besser als die Kriminalpolizei. Aus diesem Grund hat die Polizei-Gewerkschaft in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft die bundesweite Präventionskampagne K-EINBRUCH ins Leben gerufen. Das erklärte Ziel: Bürger aufklären und die Zahl der Einbruchsdelikte durch bessere Sicherungsmaßnahmen drastisch senken.
Die K-EINBRUCH Initiative basiert auf der Erkenntnis, dass Einbrecher meist Gelegenheitstäter sind, die immer den Weg des geringsten Widerstands suchen. Wir haben die wichtigsten Empfehlungen der Polizeilichen Kriminalprävention für Sie zusammengefasst und erklären, wie Sie diese im Alltag Ihrer Familie einfach und effektiv umsetzen können.
Verhaltensregel 1: Die “Drei-Minuten-Regel”
Einbrecher stehen unter extremem Zeitdruck. Dauert das gewaltsame Öffnen einer Tür oder eines Fensters länger als zwei bis drei Minuten, brechen die meisten Täter den Versuch ab. Die Polizei mahnt jedoch: Dieser mechanische Grundschutz funktioniert nur, wenn wir ihn auch nutzen.
- Fenster auf Kipp sind offene Fenster: Ein gekipptes Fenster ist für einen Einbrecher quasi eine Einladung. Es lässt sich meist lautlos in wenigen Sekunden von außen entriegeln. Schließen Sie beim Verlassen des Hauses – auch wenn es nur für den kurzen Weg zum Bäcker ist – zwingend alle Fenster komplett.
- Haustüren immer doppelt abschließen: Wer die Haustür nur ins Schloss fallen lässt (sodass sie nur in die Falle schnappt), riskiert einen Einbruch mit einer simplen Plastikkarte. Die Polizei rät: Schließen Sie die Tür immer zweimal komplett ab, damit die massiven Riegel ausfahren.
- Keine versteckten Ersatzschlüssel: Der Ersatzschlüssel unter der Fußmatte, im Blumentopf oder über dem Türrahmen ist das erste, wonach ein Täter sucht. Hinterlegen Sie Ersatzschlüssel lieber bei vertrauenswürdigen Nachbarn.
Verhaltensregel 2: Anwesenheit simulieren
Wie in unserem Ratgeber zur Täter-Psychologie beschrieben, scheuen Einbrecher die direkte Konfrontation mit den Bewohnern. Ein verlassenes, dunkles Haus ist das bevorzugte Ziel. Die K-EINBRUCH Initiative rät daher dringend dazu, das Haus auch bei Abwesenheit bewohnt wirken zu lassen.
- Zeitschaltuhren und Smart Home: Nutzen Sie smarte Beleuchtungssysteme, die zu unregelmäßigen Zeiten das Licht im Wohn- oder Schlafzimmer einschalten. Auch Rollläden sollten nicht tagelang geschlossen bleiben (z.B. während eines Urlaubs), da dies sofort auf ein leeres Haus hindeutet.
- Briefkästen leeren lassen: Ein überquellender Briefkasten ist ein todsicheres Signal für Täter, die Wohngebiete vorab ausspähen. Bitten Sie Nachbarn, den Briefkasten während Ihrer Abwesenheit regelmäßig zu leeren.
- Keine Urlaubsbilder auf Social Media: Posten Sie Ihre Urlaubsfotos erst, wenn Sie wieder zu Hause sind. Offentliche Postings wie “Endlich 14 Tage auf Mallorca!” werden von organisierten Banden gezielt ausgelesen.
Mechanik und Elektronik: Die polizeilichen Standards
Richtiges Verhalten ist der erste Schritt, reicht aber bei weitem nicht aus, um Profis abzuhalten. Die Polizei hat klare Richtlinien, welche Technik verbaut werden sollte:
1. Zertifizierte Mechanik Die Polizei empfiehlt für alle Fenster und Fenstertüren (Terrasse/Balkon) einbruchhemmende Elemente ab der Resistance Class 2 (RC 2) nach DIN EN 1627. Werden Fenster im Bestand nachgerüstet, sollten nach DIN 18104 geprüfte Zusatzsicherungen (z.B. Pilzkopfzapfenbeschläge) verbaut werden.
2. Zertifizierte Elektronik (Alarmanlagen) Eine Einbruchmeldeanlage (EMA) verhindert den Einbruch zwar nicht mechanisch, ist aber das stärkste Mittel zur Abschreckung und sofortigen Alarmierung. Die polizeilichen Beratungsstellen fordern für den privaten Bereich Anlagen, die mindestens der europäischen Norm DIN EN 50131 (Grad 2) entsprechen. Von billigen Do-it-Yourself-Lösungen aus dem Internet raten Experten dringend ab, da diese weder einen Sabotageschutz aufweisen noch sicher gegen sogenannte “Jammer” (Störsender) sind.
Der Experten-Rat: Lassen Sie Sicherheitstechnik niemals von Laien installieren. Die Kriminalpolizei empfiehlt die Beauftragung von Fachbetrieben, die nachweislich auf die Errichtung von Gefahrenmeldeanlagen geschult sind.
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Die theoretischen Tipps der K-EINBRUCH Initiative sind wertvoll, doch jedes Haus hat seine eigenen, individuellen Schwachstellen. Eine schlecht einsehbare Kellertür? Ein Kellerschacht ohne Gitterrostsicherung? Ein Flachdach-Anbau, über den man bequem ins Schlafzimmer-Fenster gelangt?
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